Im Kampf gegen den Antisemitismus hilft das nicht – ein Artikel aus der ZEIT

Vorbemerkung: Hier ein beachtenswerter Artikel aus der ZEIT zum unsäglichen Beschluss des Bundestages vom 17. Mai 2019, dessen Mitglieder sich entweder nicht die Mühe gemacht haben, sich zu informieren bzw. die Tragweite ihres Beschlusses nicht erkannt haben. So kann also eine verantwortungsbewusste Berichterstattung und Kommentierung auch aussehen.

In einer gemeinsamen Stellungnahme kommentieren 16 Nahost-Expertinnen und -Experten, die am Ende dieses Beitrags genannt sind, die pauschale Verurteilung der BDS-Bewegung durch eine Bundestagsresolution. Sie erläutern, warum sie den Beschluss für wenig zielführend halten und empfehlen, dass sich die Bundesregierung dieser Position nicht anschließt. Weiterlesen

Das Wort haben: Jüdische Stimmen für gerechten Frieden in Nahost

Teil 1 und Teil 2 der Veranstaltung des AK Geschichte sozialer Bewegungen Owt West, der Internationalen Liga für Menschenrechte und der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte am 26. Mai 2019 in Berlin

Die Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinenser*innen beantworten israelische Regierungen in den letzten Jahren verstärkt mit einer Kampagne, die darauf abzielt, diese Kritik durch den Vorwurf, sie sei antisemitisch, zu diskreditieren. Diese Verleumdungskampagne wird in Deutschland von der Regierung und vielen Vertreter*innen eines breiten politischen Spektrums von rechts bis links sowie von den Medien weitgehend unkritisch umgesetzt. Als die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ im März dieses Jahres den Göttinger Friedenspreis erhielt, Weiterlesen

Ilana Hammerman in Haaretz zum BDS-Bundestagsbeschluss

BIB Aktuell #69: Eine jüdisch-israelische Antisemitin?

von bibjet

Der Bundestagsbeschluss vom 12. Mai zur Ächtung von Boykotten gegen Israel macht die israelische Friedensbewegung wütend. HaAretz ist die einzige israelische Tageszeitung – mit nur kleiner Auflage in Israel – , in der die Friedensbewegung zu Wort kommt. Am 24. Mai veröffentlichte HaAretz einen zornigen Essay von Dr. Ilana Hammerman. Sie ist 1944 in Haifa geboren und hat in Deutschland promoviert (im schönen Bielefeld), aber ihre Sympathien gegen Deutschland gehen nach diesem Bundestagsbeschluss gegen Null. Wir haben den Artikel ins Deutsche übersetzt. Weiterlesen

Stellungnahme des Präsidiums der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft e.V.

Wer die Debatte zum Antrag „Der BDS-Bewegung entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ von Union, SPD, Grünen und FDP verfolgte, konnte unschwer erkennen, wie undifferenziert diskutiert wurde. Die Befürworter des Antrages bekannten sich bedingungslos zum Existenzrecht des Staates Israel, das angeblich durch die in Palästina geborene und in vielen Ländern unterstützte gewaltfrei BDS-Bewegung gefährdet sei. Weiterlesen

Gideon Levy: „Schande über dich, Deutschland“

Deutschland hat gerade die Gerechtigkeit unter Anklage gestellt, indem berechtigte Schuldgefühle wegen der deutschen Vergangenheit zynisch und manipulativ bis ins Extreme ausgenutzt wurden. Es ist tatsächlich soweit gekommen, dass der deutsche Bundestag am letzten Freitag eine der empörendsten und bizarrsten Resolutionen seit dem Ende des zweiten Weltkrieges verabschiedet hat. Der Bundestag hat die Bewegung Boykott-Desinvestment-Sanctions (BDS) gegen Israel als antisemitisch definiert. Benjamin Netanjahu und Gilad Erdan haben gejubelt. Deutschland sollte sich schämen. Weiterlesen

Jüdische und israelische Wissenschaftler fordern Bundestag auf, BDS nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen

plenum_teaser_sitzungsverlauf_bildDas Plenum des Deutschen Bundestages. Am Freitag soll hier auf Antrag der CDU/CSU, SPD, FDP und den GRÜNEN gegen die israelkritische BDS-Bewegung abgestimmt werden. (Foto: Bundestag) Weiterlesen

In der Israel-Politik ziehen FDP und AfD an einem Strang

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Jeff Halpers bitteres Resumée: „Wer Häuser zerstört, will kein Zusammenleben“

Jeff Halper, geboren 1946 in Minnesota (USA), wanderte 1973 nach Israel aus. 1998 gründete er dort ICAHD, das Israelische Komitee gegen Hausabrisse (Israeli Committee Against House Demolitions). Er ist eine der profiliertesten, scharfsinnigsten jüdischen Stimmen aus Israel gegen den jüdischen Nationalismus. (Siehe Kurzbiografie in der deutschen Wikipedia, ausführlicher in der englischen.)
Foto: http://www.indymedia.ie/article/105670Nun hat er am 29. April ein bitteres Resümee der Tätigkeit von ICAHD gezogen, hier in unserer deutschen Übersetzung. Weiterlesen

„Religionen für Gerechtigkeit in Palästina/Israel“ – Kontroverse um den Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Duchrow in Bremen-Blumenthal am 3. April 2019

Dass wir die Kritik der beiden DIG-Vertreter (Dr. Widu Wittekindt und Dr. Bernd Moldenhauer) ungekürzt und ohne Kommentar auf unsere Webseite gesetzt haben, hat für Diskussionen gesorgt. So ist Ulrich Duchrow ganz entschieden der Meinung, dass die DIG seine Anliegen und seine Äußerungen falsch wiedergegeben hat. Es sei wohl das Einfachste, schrieb er uns, wenn man einfach seinen Vortrag komplett bei uns auf die Webseite setzte. Dann könne jeder vergleichen und sehen, wessen Argumenten man glauben könne.


Nachtrag v. 7. Mai 2019
Inzwischen haben uns Dr. Widu Wittekindt und Dr. Bernd Moldenhauer ebenfalls ihre Texte, die sie auf der Veranstaltung vorgetragen haben, mit der Bitte zugeschickt, diese ebenfalls hier zu veröffentlich. Der Bitte kommen wir gerne nach.

Hier also die vollständigen Texte:

  1. Prof. Dr. Ulrich Duchrow: Religionen für Gerechtigkeit in Palästina/Israel
  2. Dr. Widu Wittekindt: Gegenrede zu Duchrow
  3. Dr. Bernd Moldenhauer: Diskussion mit Ulrich Duchrow

Nachbemerkung der Redaktion
Eigentlich war ja an dem Abend in Bremen-Blumental nur der Vortrag mit Diskussion von Ulrich Duchrow geplant. Das Thema ist ja auch für einen Abend umfangreich genug. Dann aber wurde die Forderung an die Gemeinde herangetragen, dass den Thesen von Duchrow – weil zu israelkritisch – etwas entgegengesetzt werden müsse. Sonst könne die Veranstaltung nicht stattfinden. Woraufhin die Gemeinde die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) aufforderte, ihrerseits einen Referenten zu stellen. Diese schickte dann die Herren Wittekindt und Moldenhauer, die dann mehr als die Hälfte der knappen Zeit für sich in Anspruch nahmen. Veranstaltungen als Streitgespräch oder in Dialogform finden wir prima.

Wie wär’s? Bei einer der nächsten von der DIG organisierten Veranstaltung werden – weil zu israelfreundlich – die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG) oder der Arbeitskreis Nahost eingeladen, die Gegenposition darzustellen. Weiterlesen