Moshe Zuckermann: „Antisemitismus! Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument“

Wann:
18. Mai 2018 um 19:00
2018-05-18T19:00:00+00:00
2018-05-18T19:15:00+00:00
Wo:
Überseemuseum Bremen
Übersee Museum
Bahnhofspl. 13, 28195 Bremen
Deutschland

Foto: Arne List. Wikimedia

Antisemitismus! Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument
Am: Freitag, den 18.Juni; Um: 19 Uhr; Im: Übersee-Museum (Am Hauptbahnhof)

Antisemitismus ist eine der verruchtesten Formen moderner Ideologien. Diese Behauptung bedarf heutzutage keines Nachweises mehr, zu katastrophal waren seine Auswirkungen, als dass sie in Abrede gestellt werden könnte. Die Ächtung von Antisemitismus ist ohne jeden Zweifel eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Problematisch und kontraproduktiv wird es dort, wo ein vermeintlich kritischer Diskurs in herrschaftliches Bekenntnis umschlägt, wo Anti-Antisemitismus politisch missbraucht wird, wo sich eine vermeintlich kritisch auftretende Rezeption als ideologisch entpuppt.
Moshe Zuckermann wagt eine Analyse dieser Entwicklung. Für ihn steht fest, dass die Verwendung des Antisemitismus-Vorwurfs als Parole im vermeintlichen Kampf gegen Antisemitismus „in eine fürchterliche Epidemie umgeschlagen ist.“ Längst schon sei sie zum Totschlag-Ideologem eines durch und durch fremdbestimmten Anspruchs auf politisch-moralische Gutmenschlichkeit geronnen. Ob man diese Epidemie heilen kann, wird sich erst erweisen müssen. Dass man sie erklären muss, scheint dringlicher denn je.

Moshe Zuckermann wurde 1949 in Tel-Aviv geboren. Lebte zwischen 1960 und 1970 in Deutschland (Frankfurt am Main). Nach der Rückkehr nach Israel Studium der Soziologie, Politologie und Geschichte an der Universität Tel-Aviv. Lehrte seit 1990 am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas (TAU). 2000-2005 Direktor des Instituts für Deutsche Geschichte (TAU). 2009-2013 akademischer Leiter der Sigmund-Freud-Privatstiftung in Wien. Seit Oktober 2017 emritiert.

Seine Forschungsschwerpunkte sind: Geschichte und Philosophie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften; Frankfurter Schule; Ästhetische Theorie und Kunstsoziologie; der Einfluß der Shoah auf die politischen Kulturen Israels und Deutschlands.

Moshe Zuckermann publizierte zahlreiche Bücher und Aufsätze auf Hebräisch und Deutsch. Die wichtigsten Publikationen in Deutsch sind u.a.

  • Das Trauma des “Zweierlei Holocaust. Der Holocaust in den politischen Kulturen Israels und Deutschlands, Göttingen 1998
  • Gedenken und Kulturindustrie. Ein Essay zur neuen deutschen Normalität,Bodenheim-Berlin 1999
  • Kunst und Publikum. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner gesellschaftlichen Hintergehbarkeit, Göttingen 2002;
  • Deutschland – Israel. Reflexionen eines Heimatlosen, Wien 2006
  • Sechzig Jahre Israel. Die Genesis einer politischen Krise des Zionismus, Bonn 200;
  • „Antisemit!“ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument, Wien 2010. Wider den Zeitgeist. Aufsätze und Gespräche über Juden, Deutsche, den; Nahostkonflikt und Antisemitismus, Bd.1, Hamburg 2012;
  • Wider den Zeitgeist. Zur Aktualität der Kritischen Theorie, Bd.2, Hamburg 2013;
  • Israels Schicksal. Wie der Zionismus seinen Untergang betreibt, Wien 2014;
  • Freud und das Politische. Psychoanalyse, Emanzipation und Israel, Wien 2016

Veranstaltet von: Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Bremen e.V., Israelisches Komitee gegen Hauszerstörung (ICAHD), AK Nahost Bremen, Bremer Friedensforum, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz), Kairos Palästina Solidaritätsnetz Gruppe Bremen. ViSdP.: Dr. Detlef Griesche (griesche@ipmi.de) Bei Interesse an einem direkten oder telefonischem Interview sind frühzeitige Terminabsprachen möglich über: 0421/4309510 oder 015738759634 möglich

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