„School for Unlearning Zionism“ – eine schier unglaubliche Kampagne gegen jüdisch-israelische Studierende

Hier Auszüge aus einem Brief der Gruppe um die „School for Unlearning Zionism“:

Wie einige von Euch bereits mitbekommen haben, gibt es seit einigen Tagen eine Schmierkampagne gegen das von mir (Yehudit) und anderen jüdischen Israelis mitgegründete Projekt „School for Unlearning Zionism“. In dem künstlerischen Forschungsprojekt setzen wir uns mit dem hegemonialen Diskurs, in dem wir aufgewachsen sind, auseinander und haben für Oktober ein öffentliches „October Program“ aufgesetzt. Es beinhaltet ein Online-Programm und eine Ausstellung, die in der Kunsthalle am Hamburger Platz gezeigt werden soll. Die Kunsthalle ist ein unabhängiger Lernort der weißensee kunsthochschule berlin, der finanziell an sie angebunden ist. Das Projekt ist in Berlin entstanden als „Ort zwischen Tel Aviv und Ramallah“.

Was bisher geschah:

  • Ein Journalist griff die Kunsthochschule mit einem BDS-Vorwurf an, der sich auf vier jüdisch-israelische Referent*innen des „October Program“ bezog. Er forderte eine Stellungnahme für einen anschuldigenden Artikel bezüglich des Projektes ein, der sich auf einen Tweet von Volker Beck bezog.
  • Daraufhin entzog die Kunsthochschule dem Projekt „School for Unlearning Zionism“ die Unterstützung.
  • Die Kunsthochschule schloss die Webseite der Kunsthalle am Hamburger Platz, die unter anderem Infos zur „School for Unlearning Zionism“ und zum „October Program“ beinhaltete.

Inzwischen sind diese Artikel erschienen: https://www.juedische-allgemeine.de/politik/umarmung-des-antisemitismus/https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/der-versuch-sich-gegen-kritik-zu-immunisieren/https://www.jpost.com/diaspora/antisemitism/israel-slams-german-art-college-for-embracing-antisemitism-645389

Der Fall steht beispielhaft für Abläufe, wie sie in der Vergangenheit schon häufig vorkamen. Deshalb hat die Strategiegruppe von Expanding Spaces in den letzten Tagen Vorschläge erarbeitet, was Ihr zur Unterstützung tun könntet.

Call for Action: Was ihr tun könnt

  • Es sind inzwischen einige differenzierte Artikel veröffentlicht worden, die unter anderem Stellungnahmen von mir umfassen und auf weite Verbreitung warten:

o https://www.deutschlandfunk.de/antisemitismus-vorwuerfe-veranstaltungsreihe-der.691.de.html?dram:article_id=485724

o https://taz.de/Zionismuskritik-an-Kunsthochschule-in-Berlin/!5717567/

o https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen

  • Wir haben eine Argumentationshilfe erstellt, die Ihr nutzen könnt, um euch mit Beschwerdeschreiben an die Kunsthochschule zu wenden. Dies ist unserer Einschätzung nach ein sehr wichtiger Schritt, auf dem der Fokus liegen sollte. Es ist wichtig, der Forderung der Schmierkampagne, das Projekt nicht mit öffentlichen Geldern zu fördern (unter anderem auf Basis des BDS-Beschlusses), entschieden entgegenzutreten. Die Argumentationshilfe dafür findet Ihr im Anhang. Bitte verwendet für das Schreiben eine respektvolle Sprache. Für den Fall, dass Ihr keine Zeit habt, selbst ein Schreiben zu formulieren, hängen wir Euch auch eine Vorlage für ein Schreiben an. Bitte passt sie wenn möglich individuell etwas an, damit nicht lauter identische Schreiben ankommen. Leitet uns gerne (mit getrennter Mail) eine Kopie Eures Schreibens weiter.
  • Des Weiteren halten wir (die Strategiegruppe) es für hilfreich, als weit gestreutes Bündnis unsere Kontakte zu nutzen: Geht ins Gespräch mit euch bekannten öffentlichen Schlüsselpersonen und informiert über den Vorfall und seine Konsequenzen (für die Arbeit der School for Unlearning Zionism aber nicht nur), sodass weitere Artikel und andere Medienformate entstehen und kritische Öffentlichkeit hergestellt wird.
  • Überlegt, wo euer persönlicher Wirkungsraum liegt. So teilen wir verfügbare Ressourcen unter uns auf – je dezentralisierter und selbstständiger agiert wird, desto mehr können wir machen.
  • Schickt uns gerne konkrete Ideen oder Aktionen (bitte kurz halten!), die Ihr macht/gemacht habt/machen wollt; so bleiben wir unabhängig im Agieren und trotzdem koordiniert.
  • Schaltet ein! Das „October Program“ der School for Unlearning Zionism geht weiter. Programm und Registrierungslink findet Ihr derzeit noch über Facebook: https://www.facebook.com/School-for-Unlearning-Zionism-114224687101212

Wir halten Euch auf dem Laufenden und bitten um Geduld, wenn es mit Rückmeldungen von unserer Seite länger dauert.

Liebe Grüße,

Die Strategiegruppe von Expanding Spaces

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