Petition: Keine Drohungen gegen die Tagesschau der ARD!

Ausriss aus der Bildzeitung v. 16.08.2016

Der Beitrag von Markus Rosch in der Tagesschau und in den Tagesthemen am 14. August 2016 (wir berichteten ausführlich) über den Wassernotstand in Palästina hat einen wahren shitstorm der Entrüstung hervorgerufen. Der Protest richtet sich aber nicht gegen die katastrophale Wasserversorgung in Palästina. Auch nicht dagegen, dass ein solcher Beitrag erst jetzt gesendet wird, wo doch von verschiedenen Seiten dieser Wassernotstand schon seit Jahrzehnten berichtet wird, u.a. von Amnesty International. Nein, der Protest bezieht sich auf die angeblich antisemitische, antiisraelische, tendenziöse Haltung des Autors und wird hauptsächlich damit begründet, er habe die israelische Seite nicht im O-Ton zu Wort kommen lassen.

Das BIB (Bündnis für die Beendigung der israelischen Besatzung) hat deshalb eine Petition an den Bayerischen Rundfunk und an den Bayerischen Rundfunkrat initiiert. Das BIB begründet die Petition: „Dass die palästinensische Seite höchst selten im O-Ton zu Wort gekommen ist in den vergangenen Jahren oder gar Jahrzehnten, wollen wir nicht zum Thema machen. Worauf wir jedoch beharren, ist, dass eine journalistische Arbeit, wenn sie denn bestimmte Missstände offenlegt, nicht zu massiven Drohungen dem Journalisten gegenüber führen darf! Solche ‚massiven Drohungen‘ hat der ARD-Korrespondent Markus Rosch nach eigener Aussage in Israel erhalten.“ In der Petition werden die ARD-Gremien aufgefordert, sich für eine freie Berichterstattung und für einen Schutz der JournalistInnen in Israel einzusetzen.

Bitte unterschreiben Sie die Petition hier!

Wortlaut der Petition:
Tagesschau muss frei und unabhängig bleiben! Rundfunkrat: Schützen Sie die ARD!

Am Sonntag, den 14. August 2016, brachte die Tagesschau einen Bericht über die katastrophale Wasserversorgung in den von Israel seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten. Das Thema wurde in den Tagesthemen aufgegriffen und vertieft. Man konnte erfahren, dass sich Palästinenser in den besetzten Gebieten ohne Erlaubnis der israelischen Armee nicht einmal eine Zisterne zum Auffangen des Regenwassers aufs Dach stellen dürfen und diese Erlaubnis in der Regel nicht erteilt wird. Daraufhin rollte eine Welle von Protesten über den Verfasser – den ARD-Korrespondenten in Tel Aviv Markus Rosch – sowie über seinen Vorgesetzten des Bayerischen Rundfunks.

Markus Rosch wird Antisemitismus vorgeworfen, er sei tendenziös, habe nicht ausgewogen berichtet und recherchiert, weil er keinen O-Ton von israelischer Seite in seinem Beitrag eingebunden hatte; sein Interviewpartner, der seit 20 Jahren vor Ort lebende Hydrogeologe Clemens Messerschmid, wird diskreditiert. Nach eigenen Aussagen wurde Markus Rosch von israelisch-nationalistischer Seite massiv bedroht.

Wir appellieren an den Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks – als das für diesen Beitrag zuständige Gremium – , sich von solchen Protesten nicht beirren zu lassen und dafür zu sorgen, dass eine freie Berichterstattung in der öffentlich-rechtlichen ARD weiterhin gewährleistet ist, ohne Druck und ohne Drohungen. Wir möchten den Rundfunkrat ermuntern, die Redaktionen zu bestärken, weiterhin frei und unabhängig zu berichten, Journalisten zu schützen und sie zu ermutigen, keinem Druck nachzugeben – von welcher Seite auch immer! Wir als Publikum wollen Stimmen von allen Seiten hören, um uns eine Meinung zu bilden. Wir möchten mehr darüber erfahren, was in Israel und Palästina geschieht – von allen Seiten beleuchtet! Wir nehmen nicht hin, dass ein deutscher Journalist von radikalen Nationalisten eingeschüchtert wird!

Eine kritische Berichterstattung muss der ARD auch in Israel möglich bleiben! Unterschreiben Sie HIER und fordern Sie mit Ihrer Unterschrift den Bayerischen Rundfunkrat auf: Schützen Sie die Pressefreiheit in unserer ARD! Schützen Sie deutsche JournalistInnen, damit sie sich keinem Druck beugen müssen und frei berichten, was sie sehen und was sie wissen! Zeigen Sie dem Rundfunkrat: Eine kritische, freie und mutige ARD ist für die Meinungsbildung in Deutschland unverzichtbar!   Informationsquellen: Tagesschau-Beitrag vom 14.8.:

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