„Religionen für Gerechtigkeit in Palästina/Israel“ – Kontroverse um den Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Duchrow in Bremen-Blumenthal am 3. April 2019

Dass wir die Kritik der beiden DIG-Vertreter (Dr. Widu Wittekindt und Dr. Bernd Moldenhauer) ungekürzt und ohne Kommentar auf unsere Webseite gesetzt haben, hat für Diskussionen gesorgt. So ist Ulrich Duchrow ganz entschieden der Meinung, dass die DIG seine Anliegen und seine Äußerungen falsch wiedergegeben hat. Es sei wohl das Einfachste, schrieb er uns, wenn man einfach seinen Vortrag komplett bei uns auf die Webseite setzte. Dann könne jeder vergleichen und sehen, wessen Argumenten man glauben könne.


Nachtrag v. 7. Mai 2019
Inzwischen haben uns Dr. Widu Wittekindt und Dr. Bernd Moldenhauer ebenfalls ihre Texte, die sie auf der Veranstaltung vorgetragen haben, mit der Bitte zugeschickt, diese ebenfalls hier zu veröffentlich. Der Bitte kommen wir gerne nach.

Hier also die vollständigen Texte:

  1. Prof. Dr. Ulrich Duchrow: Religionen für Gerechtigkeit in Palästina/Israel
  2. Dr. Widu Wittekindt: Gegenrede zu Duchrow
  3. Dr. Bernd Moldenhauer: Diskussion mit Ulrich Duchrow

Nachbemerkung der Redaktion
Eigentlich war ja an dem Abend in Bremen-Blumental nur der Vortrag mit Diskussion von Ulrich Duchrow geplant. Das Thema ist ja auch für einen Abend umfangreich genug. Dann aber wurde die Forderung an die Gemeinde herangetragen, dass den Thesen von Duchrow – weil zu israelkritisch – etwas entgegengesetzt werden müsse. Sonst könne die Veranstaltung nicht stattfinden. Woraufhin die Gemeinde die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) aufforderte, ihrerseits einen Referenten zu stellen. Diese schickte dann die Herren Wittekindt und Moldenhauer, die dann mehr als die Hälfte der knappen Zeit für sich in Anspruch nahmen. Veranstaltungen als Streitgespräch oder in Dialogform finden wir prima.

Wie wär’s? Bei einer der nächsten von der DIG organisierten Veranstaltung werden – weil zu israelfreundlich – die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG) oder der Arbeitskreis Nahost eingeladen, die Gegenposition darzustellen. Weiterlesen

Live-Stream zum 14. israelisch-palästinensischen Gedenktag in Berlin

Man muss nicht nach Berlin fahren. Hier ist der link zum Live Stream der Israelisch-Palästinensische Gedenktag – 7.5.2019, 19:30 von Combatants for Peace in Tel Aviv:

Die Veranstaltung findet am 7.5 um 19:30 Uhr in den Räumen des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung (Sebastianstr. 21,10179 Berlin) statt. Weiterlesen

Dr. Gerhard Fulda: Regime Change – der deutsche Abschied vom Völkerrecht
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Am: Do., den 23. Mai; Um: 19 Uhr; im: Bürgerhaus Weserterrassen (Osterdeich 20b)

Botschafter a.D. Dr. Gerhard Fulda diskutiert die Konflikte im Nahen Osten als Völkerrechtler und doch für jeden politisch Interessierten ohne juristische Ausbildung leicht nachvollziehbar. Vereinfachend gesagt, geht es um die Rolle der Moral in der Außenpolitik. Er Weiterlesen

Presseerklärung des AK Nahost Bremen: Gilt das Recht auf Meinungsfreiheit nicht auch in Bremen?

Presseerklärung

Das Recht auf Meinungsfreiheit gilt offenbar nicht, wenn in Bremen Bürgerinnen und Bürger kritisch über die Politik der israelischen Regierung diskutieren wollen. Dann wird schon mal das Recht auf freie Meinungsäußerung ausgehebelt, indem Diskussionsveranstaltungen in öffentlichen Räumen untersagt werden. Es genügen Schreiben von Anhängern der israelischen Regierungspolitik, die eine Veranstaltung als ‘antisemitisch’ einstufen und schon folgen Politiker – in diesem Fall die bremische Landesregierung – dieser diffamierenden Sichtweise und verhindern Veranstaltungen in öffentlichen Gebäuden. Weiterlesen

Pax Christi (Nahostkommission) begrüßt den Brief von mehr als 30 früheren europäischen Führungspersönlichkeiten zur Situation in Israel und Palästina

EU-Friedensparameter für Israel-Palästina
Die Nahost-Kommission der katholischen Friedensbewegung pax christi begrüßt und unterstützt den gemeinsamen offenen Brief des ehemaligen deutschen Außenministers Sigmar Gabriel und mehr als 30 anderen früheren Außenminister*innen und Staats- und Regierungschefs zur Haltung der EU im Konflikt zwischen Israel und Palästina. Weiterlesen

Hebron: Unrecht ohne Zeugen

Keine internationalen Beobachter mehr vor Ort

Am 31. Januar lief das Mandat der TIPH-Mission (Temporäre Internationale Präsenz in Hebron) ab und wurde vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nicht verlängert. „Wir werden den weiteren Einsatz einer internationalen Kraft, die gegen uns agiert, nicht erlauben“, begründete der Regierungschef die Entscheidung. Weiterlesen

Vortrag von Dr. Martin Breidert am 25.4. um 19.00 Uhr im Übersee-Museum

Am 25. April sollte Dr. Martin Breidert im Vortragssaal des Übersee-Museums in Bremen um 19.00 Uhr einen vom AK-Nahost-Bremen veranstalteten Vortrag halten. Er hat ihn auch vor etwa 40 interessierten Besuchern gehalten, allerdings nicht im Vortragssaal, sondern kurzfristig umgebucht in einem Saal, der nicht dem Zugriff des Senats unterliegt, weil privat betrieben. Warum dies? Weiterlesen

Beginnt so der Dialog?

Am 3. April 2019 fand in der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Bremen-Blumenthal eine Podiums-Veranstaltung zum Thema „Ist Kritik an den Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen des Staates antisemitisch oder vielmehr notwendig?“ statt. Teilnehmer waren Prof. Dr. Ulrich Duchrow (Theologe und Mitverfasser der „Wittenberger Erklärung 2017“), Dr. Bernd Moldenhauer und Dr. Widu Wittekindt (Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen). Ein kurzer Bericht über die Veranstaltung von Hildegard Lenz erschien dazu am 8. April auf dieser Webseite (http://nahost-forum-bremen.de/?p=9293#more-9293)

Als Erwiderung zu dem Bericht schickten uns Bernd Moldenhauer und Widu Wittekindt den folgenden Text mit der Bitte um Veröffentlichung. „Wir denken“, schrieben sie, „dass es im Sinne einer fairen Auseinandersetzung ist, wenn wir in Ihrer Webseite veröffentlicht werden. Es hilft immer, Dialoge statt aneinander vorbei redender Monologe zu haben. Für diese Gelegenheit danken wir Ihnen und wünschen Frohe Ostern und Chag Pessach Sameach!“ Der Bitte kommt die Redaktion gerne nach und veröffentlicht hier den Text ohne Kommentar.


Nach der Einführung, in der er auf seine Lebenserfahrungen einging (1970 Apartheid Südafrika, 1982 imperialer Kapitalismus) stellte Duchrow Positionen des von ihm herausgegebenen Aufsatzbandes vor. Sein eigener Beitrag in diesem Band geht von der 500 – jährigen Geschichte des protestantischen Antisemitismus aus. Sie ist längst nicht aufgearbeitet und verstanden, wird aber sofort überlagert vom Konflikt zwischen dem Staat Israel und den Palästinensern. Weiterlesen

AUFRUF AN INDIVIDUEN UND INSTITUTIONEN IN DEUTSCHLAND, DER GLEICHSETZUNG VON KRITIK AM STAAT ISRAEL UND ANTISEMITISMUS EIN ENDE ZU SETZEN

Wir alle sind Wissenschaftler*innen, jüdisch und nicht jüdisch, israelisch und nicht israelisch, von denen sich einige professionell mit Judaistik und dem Holocaust befassen. Mit großer Besorgnis beobachten wir die Zunahme des Antisemitismus weltweit und im Besonderen die Zunahme fremdenfeindlicher Stimmung und der Anzahl von Gewaltverbrechen an Juden und Muslimen in Deutschland in den letzten Jahren. Unsere bedingungslose Unterstützung gilt dem Widerstand gegen jegliche Form von Rassismus und Fanatismus in Deutschland und anderswo. Weiterlesen

Offener Brief von Ex-Außenministern der EU

Foto: Vier der 37 Unterzeichner. Im Uhrzeigersinn Sigmar Gabriel,
Mary Robinson, Javier Solana, Hubert Védrine
Am 14. April haben mehr als dreißig frühere europäische Politiker aus fast allen EU-Staaten in einem Brief an die jetzigen Außenminister der EU-Staaten und die EU-Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik zum israelisch-palästinensischen Konflikt Stellung bezogen. Allein die Tatsache, dass es sich um frühere Politiker aus annähernd allen EU-Staaten handelt, ist bemerkenswert.

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