Wir über uns

Editorial

Die Bundesrepublik Deutschland und der Staat Israel sind nach wie vor auf leidvolle und äußerst schmerzhafte Weise aneinander gebunden.

Da ist zunächst die antisemitische Rassenideologie. Sie hat unter der faschistischen NS-Diktatur dazu beigetragen, die verbrecherische Ausrottung von Menschen jüdischer Herkunft und israelitischen Glaubens ins Werk zu setzen. Sechs Millionen Jüdinnen und Juden, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Alte wurden in Deutschland und im übrigen Europa ermordet.

Die an den Menschen jüdischer Herkunft und Glaubens begangenen Verbrechen der Deutschen wurden zu einer der Triebkräfte für die Gründung des Staates Israel auf historischem Boden. Zuvor hatten dort Palästinenserinnen und Palästinenser unter britischer Mandatsherrschaft gelebt. Ihre teilweise Vertreibung aus dem vom Staat Israel beanspruchten Territorium stellt eine Wunde dar, die auf Seiten der Palästinenser als schuldhaftes Unrecht der Israeli empfunden wird.

Auf diese Weise entstand eine besondere politische Gemengelage: aus der Sühnung von deutschem verbrecherischem Unrecht einerseits und dem unter Berufung auf die Bibel erhobenen Anspruch der israelischen Regierungen auf das Land und die Heimat der palästinensischen Bevölkerung andererseits. In der Bundesrepublik haben die Verantwortlichen der Politik daraus den Schluss gezogen, dass es der deutschen Staatsraison entspreche, sich auf Seiten Israels zu positionieren, um auf solche Weise die Verbrechen an den ermordeten Juden „wieder gutzumachen“.

Diese Haltung ist so lange nachvollziehbar, so lange der Staat Israel das von ihm beanspruchte Territorium auf dem Weg der Verhandlung und des Interessenausgleichs mit den palästinensischen Flüchtlingen und Noch-Bewohnern verwaltet. Dies ist aber nicht der Fall. Vielmehr setzt Israel seine Interessen militärisch und mit Waffengewalt durch. Auf Seiten der Palästinenser führt dies seit Jahrzehnten zu einer Radikalisierung, die von israelischer Seite wiederum mit einer Unterdrückung der Menschen, militärischen Überfällen und Zerstörungen sowie der Aneignung fremden Landes beantwortet wird.

An dieser Stelle der Entwicklung ist ein Zirkel der Gewalt und neuen Unrechts in Gang gekommen, der es notwendig macht, die bisherige Politik, nicht zuletzt die bisherige Politik der deutschen Bundesregierung kritisch in Frage zu stellen. Es kann nicht angehen, dass die Sühnung deutscher Verbrechen neue verbrecherische Gestalt annimmt, indem die israelische Politik gegenüber den Palästinenserinnen und Palästinensern nicht nur toleriert, sondern in einem Höchstmaß diplomatisch, ökonomisch und militärisch von Deutschland unterstützt wird.

Dies ist der politische Kontext, in dem sich Bremerinnen und Bremer überparteilich und überkonfessionell zusammen gefunden haben, um – nicht zuletzt mit der Website www.nahost-forum-bremen.de – einen Beitrag zu leisten zur gerechten und friedlichen Beilegung der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten.

Statt einseitig den Standpunkt der israelischen Regierung einzunehmen, wäre es Aufgabe der Regierenden in der Bundesrepublik, den Prozess der Verständigung im Nahen Osten anzuregen und zu moderieren sowie den Ausgleich zwischen den Konfliktparteien ideell und materiell zu fordern und zu fördern.

Wir sind solidarisch mit all jenen, welche sowohl auf israelischer wie auf palästinensischer Seite vielfältige Anstrengungen unternehmen und die schwierigen, aber notwendigen Schritte gehen, um im „Heiligen Land“ von drei Weltreligionen – des Judentums, des Christentums und des Islam – einen gerechten säkularen Völkerfrieden zu stiften.

Um diesen Prozess sowie seine Protagonistinnen und Protagonisten zu unterstützen, verbreitet unsere Website vor allem aktuelle Nachrichten und Berichte, insbesondere solche aus Bremen, kritische Stellungnahmen, Kommentare und Diskussionsbeiträge, Hinweise auf Veranstaltungen, Filmprogramme vor Ort, auf überregionale Sendungen in Radio und Fernsehen sowie Links zu anderen Web-Adressen.

Die Website wird von einer Redaktion betreut. Die Mitarbeit erfolgt auf freiwilliger Basis. Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben die Meinung/Position des Autors / der Autorin wieder; nur er/sie ist dafür verantwortlich.
Die Redaktion

Spenden

Friedens- und Solidaritätsarbeit kosten Geld. Spenden zur Finanzierung von Veranstaltungen und konkreten Projekten in Palästina (wie zum Beispiel dem Wiederaufbau zerstörter Häuser, der Behandlung kriegsgeschädigter Kinder und Unterstützung von Friedensaktivisten und -aktivistinnen in Palästina und Israel) erbitten wir auf das Konto:
DPG-Bremen e.V.;  Bremer Landesbank; DE45 290500001012554003; BRLADE22XXX ;   Stichwort: „Palästina-Hilfe“ oder konkretes Projekt.

Auf Grund der Anerkennung einer unserer Organisationen als „Gemeinnützig“ durch das Finanzamt Bremen können wir jederzeit steuerlich absetzungsfähige Spendenbescheinigungen ausstellen!

Kontakt
e-mail: info@nahost-forum-bremen.de

Ein Gedanke zu „Wir über uns

  1. Gratulation zu eurer Website, vor allem zu dem rundum gelungenen Editorial! Nachahmenswert…
    Könntet ihr mir einen Tipp geben, wie ich an ein paar Postkarten von Erhard Ahrendt komme? (Stell dir vor, es ist Frieden….) Ich konnte auf seiner Website keine Kontaktadresse finden.
    Wir machen weiter! Auf ein erfolgreiches Jahr 2016!
    Grüße von Renate Ahmia BDS Hamburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.