Rolf Becker rezitiert Erich Fried zum 100. Geburtstag

Weltnetz.tv freut sich, für die Ehrung Erich Frieds, der am 6. Mai 2021 hundert Jahre alt geworden wäre, Rolf Becker zur Rezitation einiger Gedichte gewonnen zu haben. Becker berichtet auch über seine Treffen und Diskussionen mit Erich Fried.

Erich Fried gehört zu den bedeutendsten Dichtern deutscher Sprache im 20. Jahrhundert. Als ein der Verfolgung des Naziregimes Entkommener engagierte er sich praktisch und als Autor lebenslang gegen faschistoide Gewalt und Entfremdung im Kapitalismus. Er schrieb an gegen den von den USA in Vietnam geführten Krieg und gegen die Besatzungspolitik Israels. Seine absolute Verurteilung der Gewalt betraf auch das Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Seine Liebesgedichte sind ein Plädoyer für die Emanzipation der Geschlechter. Weiterlesen

Ist Israel wirklich safe? Ein von ARD und ZDF produzierter Bericht

In Israel scheint Corona vorbei! Restaurants, Bars und Clubs sind geöffnet, das Leben zurück.
All das geht, weil bereits über 60 % der israelischen Bevölkerung geimpft sind. Israel ist Impfweltmeister. Aber ist Israel vor der Pandemie sicher?

Nur wenige Kilometer entfernt – in Palästina – wütet die dritte Corona-Welle weiter.
Dort, in Ramallah, lebt STRG_F-Reporterin Alena momentan, nahe der israelischen Grenze. Sie wirft einen persönlichen Blick auf das Thema und nimmt euch mit in beide Welten. Wie sicher kann Israel sein, solange in Palästina nicht ebenso geimpft wird. Nur 3% der Menschen dort haben bislang eine Impfung gegen Corona bekommen. Alena spricht mit Ärzten und Epidemiologen, die meinen, dass der Impferfolg Israels dadurch bald wertlos sein könnte. Denn beide Seiten sind viel durchmischter, als es auf den ersten Blick scheint. Weiterlesen

Human Rights Watch wagt das A-Wort

„Human Rights Watch wagt das A-Wort“. So titelte die Taz v. 27. April über den gerade veröffentlichten, 213 Seiten umfassenden, Bericht  der Menschenrechtsrechtsorganisation mit dem Titel: „A Threshold Crossed: Israeli Authorities an the Crime of Apartheid and Persecution“

Israelische Behörden begehen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, nämlich Apartheid und Verfolgung. Diese Feststellung beruht auf der übergeordneten politischen Richtlinie der israelischen Regierung, die Vorherrschaft jüdischer Israelis über Palästinenser aufrechtzuerhalten, sowie auf den schweren Verbrechen, die gegen Palästinenser verübt wurden, die in den besetzten Gebieten, einschließlich Ost-Jerusalem, leben. Weiterlesen

Decolonizing Israel – Shir Hever über die „Ein-demokratischer-Staat-Initiative“

Aus der Zoom-Veranstaltung mit Shir Hever am 18, April 2021 mit Shir Hever sind zwei Videos entstanden und bei Weltnetz.tv freigeschaltet.

  1. Decolonizing Israel – Kurzfassung (34 min)
  2. Decolonizing Israel – Langfassung (2 h – 11 min).

Es ist ordentlich Bewegung in die Debatte um die Zukunft Israels und Palästinas gekommen. Wer hätte gedacht, dass Benjamin Netanyahu sich mit dem Bürgermeister von Rahat, einer beduinischen Stadt, treffen könnte. Er hat er es getan, am 4. April 2021 – natürlich aus wahltaktischen Gründen. Die internationale Initiative „Ein-demokratischer-Staat – The one democratic state campaign, fragt, ob es eine Zukunft für Juden und Palästinenser und Beduinen und Drusen und andere in einem demokratischen Staat geben kann. Weiterlesen

Antisemitismus: Diskussion über die Jerusalem Declaration

Foto: creative commons

Es ist ja für die ganze reichlich verkorkste Antisemitismus-Diskussion – vor allem in Deutschland – sehr belebend, dass es jetzt zwei Definitionen gibt: die IHRA-Definition und die „Jerusalem Decleration“. Erstere ist so konstruiert, dass Kritik an der israelischen Besatzungspolitik und die BDS-Bewegung sofort unter Antisemitismusverdacht („neuer oder sekundärer Antisemitismus“) fallen, die Jerusalem-Decleration hält die Kritik am Antisemitisums und Kritik an der Politik des Staates Israel fein säuberlich auseinander. Jeder Teilnehmer an dieser Diskussion muss sich also jetzt erst einmal – auch wenn’s schwerfällt – mit beiden Definitionen auseinander setzen. Weiterlesen

Ostermarsch 2021 in Bremen

Ostern 1958 marschierten englische Atomwaffengegner zum ersten Mal von London zum 80 km entfernten Forschungszentrum in Aldermaston. Seit 1960 ist der Ostermarsch Tradition in der Bundesrepublik. In diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal unter Corona-Pandemie-Bedingungen. Es beteiligten sich in diesem Jahr in Bremen 3 – 400 Menschen an der Demonstration und an der Kundgebung auf dem Marktplatz, wo noch für eine virtuelle Überraschung gesorgt ist. Mit kleinen Redebeiträgen beteiligten sich Eva Böller und Barbara Heller vom Bremer Friedensforum, Hans-Ludwig Schröder von der Friedensinitiative Achim, Christian Gerlin von der Linksjugend solid, Doris Achelwilm, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei und Joachim Schuster, SPD, Mitglied im Europaparlament. Von Zeit zu Zeit meldete sich – durchaus friedlich – auch die Polizei mit Ermahnungen zu Wort. Der Hauptredner auf dem Marktplatz war Michael Müller, Bundesvorsitzender der Naturfreunde Deutschland.

Karin Wetterau: Neuer Antisemitismus? Interview, Vortrag, Diskussion

Karin Wetterau hat ein aufregendes Buch über ein brisantes Thema geschrieben: Gibt es einen neuen israelbezogenen Antisemitismus? Wo verläuft die rote Linie zwischen legitimer Kritik an israelischer Politik und Antisemitismus? Wer entscheidet über den Ausschluss aus dem öffentlichen Diskurs und dem deutschen Kultur- und Wissenschaftsbetrieb? Der langjährige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, Wolfgang Benz, führt in seinem Vorwort in grundlegende Aspekte des Themas ein.

Aus der Zoom-Veranstaltung mit der Autorin am 23. März 2021 sind zwei Videos entstanden und bei Weltnetz.tv freigeschaltet.

  1. Neuer Antisemitismus? Karin Wetterau im Interview mit Detlef Griesche (38 min)
    https://youtu.be/X2ubuM19UNw
  2. Karin Wetterau: Neuer Antisemitismus? Vortrag und Diskussion (1h 10min)
    https://youtu.be/FcmsECIPXGc

Die youtube-Videos können gern weiter verbreitet werden.

Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus

Der Streit um eine „sinnvolle“ Definition des Antisemitismus beschäftigt nunmehr seit Jahren Politik und Wissenschaft. Die berühmt-berüchtigte IHRA-Definition und die „3-D“-Definition – beide offenbar unzureichend – wurden und werden politisch ja sehr instrumentalisiert, gerade auch im Zusammenhang mit der BDS-Debatte. Und sie dienen nur allzuoft der Diffamierung von besatzungskritischen Meinungsäußerungen. Ein Politikum ist die neue Antisemitismus-Definition vor allem deswegen, weil sie von den renommiertesten Holocaustforschern aus Israel, den USA und Europa verfasst wurde, nach einem Abstimmungsprozess von mehr als einem Jahr, unterzeichnet wurde sie von 200 internationalen Wissenschaftlern aus dem Bereich der Antisemitismusforschung, Judaistik und Nahoststudien. „Wir haben uns zusammengefunden aus Sorge um den aktuellen Zustand der Antisemitismusdebatte“, erklärte Alon Confino, Direktor des Holocaust-Instituts der Amherst-University von Massachusetts bei der gestrigen Vorstellung des Papiers. „Diese Debatte ist voller Streit, Konfusion und Zorn. Und wer, wenn nicht wir, mit unserer Expertise, sind dazu aufgerufen, für Klarheit und Präzision zu sorgen.“ Weiterlesen

Die bewaffneten Kolonisten

Stereotypes Bild eines Siedlers mit Kippa, Tzizit und einem Gewehr. Quelle: Daniel Maleck Lewy, 2005, Wikipedia.

Israelische Kolonisten im besetzten Westjordanland tragen Schusswaffen, warum?

Zusammenfassung: Kolonisten im besetzten Westjordanland tragen Waffen, um ihre Macht und Kontrolle über das Gebiet zu zeigen. Palästinenser*innen ist es nicht erlaubt, Schusswaffen zu tragen. Anstatt zum Schutz vor palästinensischen Aufständen werden die Waffen dazu benutzt, Palästinenser*innen einzuschüchtern und ihr Eigentum zu beschädigen oder zu zerstören. Das israelische Ministerium für öffentliche Sicherheit weigert sich, Daten über die Anzahl der Waffen der Kolonisten herauszugeben.

Das ikonische und stereotype Bild eines israelischen Kolonisten im Westjordanland ist ein Mann mit Bart, einer Kippa, die Quasten einer Tzizit ragen unter dem Hemd hervor, und ein Sturmgewehr hängt über der Schulter. Die meisten israelischen Siedler im Westjordanland entsprechen nicht dieser Vorstellung, aber das Bild ist in internationalen Zeitungen und Fernsehsendern ebenso beliebt wie bei Karikaturisten. Das Gewehr ist das, was die Aufmerksamkeit fesselt, wobei die Spannung zwischen dem Stereotyp eines religiösen Juden als sanftmütiges Opfer von Gewalt und dem Bild des bewaffneten Kolonisten das Bild noch einprägsamer macht. Weiterlesen

Deutsch-Palästinensische Gesellschaft – Rundbrief II März 2021

In diesem Jahr werden in Israel und in Palästina Wahlen durchgeführt: In Israel zum 4. Mal innerhalb von zwei Jahren und in Palästina nach knapp 16 Jahren. Anbei (als Anlage) eine Einschätzung von Tom Segev zur israelischen Wahl und ein Beitrag von Norman Paech zur Untersuchung von Kriegsverbrechen durch den Internationale Strafgerichtshof. Auf die Wahlen in Palästina werden wir eingehen, soweit die Ergebnisse der Gespräche zwischen FATAH, HAMAS und den übrigen Bewegungen und Parteien beendet sind.
Der vollständige Rundbrief hier