Die Siedlungen als Plastiktüten

von Gideon Levy

Eine Revolution hat gerade in Israel stattgefunden, als Geschäfte begannen, einen Preis für Plastiktüten zu verlangen. Wenn die Vorstellung, 10 Agorot [2,6 Cent] bezahlen zu müssen, das Land in einen Haufen Umweltschützer verwandeln kann, was mag erst geschehen, wenn auch die Siedlungen sie im Geldbeutel treffen würden? Weiterlesen

Peace is (was) possible! Wem gehört Jerusalem?

Am 9. Februar 2017 kamen mit Daniel Seidemann und Saman Khoury zwei wichtige Vertreter der israelischen und der palästinensischen Friedensbewegung nach Bremen. Daniel Seidemann ist amerikanisch-israelischer Rechtsanwalt, der spezialisiert ist auf israelisch-palästinensische Beziehungen und schon viele Prozesse bis zum Obersten Gerichtshof in Jerusalem gebracht hat. Weiterlesen

Gesetz zur Legalisierung israelischer Siedlungen

in Ost-Jerusalem

Die Knesset in Jerusalem hat am Montag das Gesetz zur nachträglichen Legalisierung von Siedlungen beschlossen, die auch nach israelischem Recht illegal waren. Bettina Marx, die Büroleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah, äußerte dazu eine scharfe Kritik und eine pessimistische Zukunftseinschätzung. Interessant ist nicht nur, was sondern wo sie es sagte: nämlich im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, im Deutschlandfund am 08.02.2017. Weiterlesen

Lieber Widu Wittekindt, (ein Kommentar zum Kommentar)

erst einmal vielen Dank für Ihre beiden Diskussionsbeiträge am 1. und 2. Februar 2017 zu unseren Bericht über die Veranstaltung mit Abi Melzer am 21. Januar 2017 im Gästehaus der Universität. Sie nahmen Anstoß an dessen Bemerkung über die alten Palästinenser in Palästina, „die schon seit über 3000 Jahren dort ununterbrochen leben, wenn man bedenkt, dass sie die echten Nachfolger der alten Hebräer sind.“ Dieser Satz, schrieben Sie, wäre „ein herrliches Beispiel für die neu eingeführte Sparte ‚Alternative Fakten‘.“ Meine Antwort und mein Verweis auf den israelischen Historiker Shlomo Sand Weiterlesen

»Losgelöst von allen Wurzeln …«, eine Dokumentation der Auftritte von Esther Bejarano und Moshe Zuckermann

Die politischen Zionisten behaften den Diaspora-Juden seit jeher mit allerlei Schmähungen. »Schwach« und »unproduktiv« sei er − ein »Nervenjude«. Laut zionistischer Ideologie habe dieser seine Existenzberechtigung nur noch als zu überwindender Gegensatz zum propagierten »Muskeljuden« (Max Nordau), erklärt Moshe Zuckermann. Dabei sei »es gerade das hybride Milieu der Diaspora, das es dem Judentum ermöglichte, besondere Produktivität zu entfalten«, meint der israelische Historiker und verweist auf Heinrich Heine, Karl Marx, Theodor W. Adorno. Weiterlesen

Wem gehört Jerusalem? Kämpfe um die heilige-unheilige Stadt

Vortragsveranstaltung mit Daniel Seidemann und Saman Khoury am Donnerstag, 9. Februar 2017 um 19.00 Uhr in der Villa Ichon (Goetheplatz 4). Zum Inhalt: Der international umstrittene israelische Siedlungsbau in und um Jerusalem steht paradigmatisch für die israelisch-palästinensischen Konfliktlage, die sich v.a. an territorialen und bevölkerungspolitischen Linien entfalten. Konkurrierende religiöse, nationale und historische Narrative Weiterlesen

Ilan Pappe zu Gast beim Luxemburger Palästina-Komitee

Ausriss aus Taqeblatt Letzebuerg (Luxemburg) v. 25.01.2017

Ilan Pappe war beim Luxemburger Palästina-Kommittee zu Gast. Dies nahm die 2. Tageszeitung des Landes, das „Tageblatt Letzeboerg“, zum Anlass, ein umfangreiches Interview mit ihm zu führen. Ilan Pappe ist wieder einmal sehr klar in seinen Positionen. Die Veröffentlichung des Interviews durch das Tageblatt ist ebenso bemerkens- wie – für hiesige Medien – nachahmenswert.

Das Gespräch begann mit einem Rückblick auf den Staatsbesuch des Luxemburgischen Premier Xavier Bettel im vergangenen September in Israel, wobei es hauptsächlich um Kooperationen im akademischen Bereich ging. Ramalla sei der Form wegen und erst nach massivem diplomatischen Druck in das offizielle Programm aufgenommen worden. Die Kooperation sei als unpolitisch dargestellt worden. Weiterlesen