Hass gegen Juden und Hass gegen Muslime ordnen sich neu

Gemeinsamer Protest von Juden und Muslimen in den USA 2017 gegen Trumps Einreiseverbot gegen Muslime. Foto: Alisdare Hickson, https://www.flickr.com

Der Anschlag in Halle ist erschütternd, in dreierlei Hinsicht:

  • weil zum ersten Mal nach 1945 ein Deutscher in aller Öffentlichkeit mit mörderischer Gewalt Juden angreift.
  • wegen der mörderischen Gleichgültigkeit dieses Menschen: Erwische ich keine Juden, erschieße ich eben die Frau, die mich ungefragt anredet, oder einen „Kanaken“ (so nannte er sein Opfer) beim Döner-Essen.
  • weil der Attentäter Juden für muslimische Einwanderung und den Feminismus verantwortlich machte. Dieses ist die zentrale ideologische Neuigkeit dieses Attentats. Weiterlesen

Die Mauer überwinden

Es ist schon absurd. Die Mauer in Berlin wurde von (fast) allen Parteien und Medien ideologisch („Schandmauer“) unter Beschuss genommen; die Mauer in Israel/Palästina, obwohl viel länger (760 km) und an vielen Stellen viel höher (9 Meter), bleibt von Kritik völlig verschont und wird „Sperranlage“ genannt. Die Berliner Mauer ist längst Vergangenheit und ihr Fall immer wieder Anlass zu pompösen Feiern. Die israelische ist immer noch bittere Gegenwart.

Welcher Ort eignet sich besser als die Kapelle der Versöhnung im ehemaligen Todestreifen der Berliner Mauer, um die Vision vom Fall der Mauer in Israel und Palästina zu hegen? Dazu lädt am Montag, den 7. Oktober, um 18 Uhr, Dr. Mark Braverman ein. Mark Bravermann, ein amerikanischer Jude, Psychologe und Traumatherapeut, bekannt als Autor und Friedensaktivist, hat ein neues Buch geschrieben. Weiterlesen

Einreiseverweigerung für Vizepräsidentin der DPG

Eine feige Entscheidung

Am 02.10.2019 wurde unserer Vizepräsidentin Ursula Mindermann am Flughafen Tel Aviv die Einreise verweigert.

Bei der Einreise wurde sie in einen Befragungsraum gebracht und verhört. Ihr Gesicht wurde fotografiert und mit Aufnahmen von Checkpoints, Demos usw. abgeglichen. Daraufhin wurde ihr vorgehalten, wann sie wo gewesen war. Anschließend wurde sie als „Aktivistin“ bezeichnet. Die Verhöre fanden mit Unterbrechungen ab halb drei Uhr nach Mitternacht bis morgens um halb sieben statt. Dann wurde ihr die Erklärung zur Ausweisung zur Unterschrift vorgelegt. Danach wurde sie zum Flugzeug eskortiert. Dem (deutschen) Piloten, der sie zurück nach Deutschland flog, wurde ihr Reisepass überreicht. Weiterlesen

Women wage peace. Jüdische und Palästinensische Frauen wollen den Frieden

Women Wage Peace sind die Friedenspreisträgerinnen 2019 der Stiftung „die Schwelle“. Genug ist genug. Das dachten sich viele Frauen in Israel nach den blutigen, militärischen Auseinandersetzungen im Gaza im Sommer 2014. Sie gründeten Women Wage Peace, eine Graswurzelbewegung, der sich schnell Hunderte Frauen anschlossen: Im November machten sich 1000 Teilnehmerinnen aus Israel mit dem Zug auf den Weg in die Grenzstadt Sderot.

Das Video (mit deutschen Untertiteln und inzwischen 6 Millionen mal angeklickt!) zeigt den Song „Prayer of Mothers“, der entstanden ist aus der Zusammenarbeit der Singer-Song-Writerin Yael Deckelbaum und den mutigen Frauen von „Women Wage Peace“. Weiterlesen

Petra Schöning, Amnesty International: „Die Menschenrechtssituation in Palästina / Israel“

Petra Schöning, Amnesty International: „Die Menschenrechtssituation in Palästina / Israel“. Vortrag und Diskussion am 9. September 2019 in der Villa Ichon in Bremen. Es war ein sehr lebendiger und informativer Abend mit Petra Schöning, die differenziert und konkret von den Bedingungen des Lebens und des Überlebens der Menschen in Israel und den besetzten Gebieten Weiterlesen

Bibi gegen den Rechtsstaat

wikimedia commons

Warum ein Wahlsieg Benjamin Netahjahus das Ende der Gewaltenteilung in Israel bedeuten könnte.
Von Richard C. Schneider
(Richard C. Schneider ist Editor-at-Large bei der ARD, Publizist, Buchautor und Dozent an verschiedenen Hochschulen.)

Was, wenn er gewinnt? Anders als bei den letzten Wahlen, hat Israels Premier Benjamin Netanjahu den Sieg noch nicht in der Tasche. Doch der ruchlose, trickreiche und passionierte Wahlkämpfer, der inzwischen nicht einmal mehr vor den schmutzigsten Tricks („Fake News“) zurückschreckt, wird bis zum Wahltag am 17. September buchstäblich um sein Leben kämpfen. Denn genau darum geht es für ihn: Ihm droht eine Anklage in drei Fällen wegen Korruption. Sollte er verurteilt werden, warten auf ihn mehrere Jahre Gefängnis. Bereits im Oktober, also gerade mal drei Wochen nach der Wahl, muss der Noch-Premier zu einem Hearing, danach wird der Generalstaatsanwalt die Anklage erheben, spätestens wohl im Dezember. Weiterlesen

Machtachsenverschiebung

Machtachsenverschiebung. Das Zeitalter der USA ist vorbei. Folker Hellmeyer und Alexander Rahr im Gespräch mit weltnetz.tv über die Verschiebung der geopolitischen Machtachsen von den USA nach China, Indien und Russland.

Folker Hellmyer*, einflussreicher Banker, ehemaliger Chefanalyst der Bremer Landesbank, und Alexander Rahr**, der Russlandexperte, jetzt Senior Adviser bei der Gazprom Brussels und Mitbegründer des Petersburger Dialogs, diskutieren über die Verschiebung der geopolitischen Machtachsen, d.h. der Erosion einer von den USA und den westlichen Ländern dominierten Weltordnung Weiterlesen

„Israel – rechtsfreier Raum?“

Kommentar von Norman Paech

In der heutigen Jungen Welt(7.9.2019, Seite 6) ist der folgende Kommentar von Norman Paech veröffentlicht. Prof. Dr. Norman Paech ist emeritierter Professor für öffentliches Recht und war 2005-2009 Außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Linken. Er war 2010 selbst Passagier auf der Mavi Marmara beim Versuch, den Boykott gegen Gaza aufzubrechen. Selbstverständlich ist er Mitglied in unserem Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern.
Quellen für die folgende Meldung finden sich z. B. bei benin-webtv, times of israel, hürriyet). Weiterlesen

Riad Othmann: Palästina – eine Politik der Verdrängung

Riad Othman arbeitet seit 2016 als Nahostreferent für medico international. Er war drei Jahre lang für die Nothilfekoordination bei medico zuständig und zuletzt medico-Büroleiter in Ramallah. Seine Ausführungen zur Situation der Palästinenser in Gaza, der Westbank, in Ost-Jerusalem und in Israel fesselten die Zuhörerinnen und Zuhörer. Der Referent zeichnete ein genaues und detailreiches Bild der Lebensbedingungen unter der Besatzung und ging vor allem auch auf den neuen „Friedensplan“ ein. Weiterlesen