Boykott – kein Eiscreme für illegale Siedler

Ausriss aus Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.07.2021

Eigentlich ist etwas passiert, was entsprechend den völkerrechtlichen Normen („westliches Wertesystem“) völlig normal sein sollte: ein us-amerikanischer Hersteller von Eiscreme („Ben & Jerry’s“) kündigte an, zukünftig die illegalen jüdischen Siedlungen in der Westbank nicht mehr zu beliefern zu wollen.

Die Reaktion des offiziellen Israels könnte heftiger nicht sein. Die neue Regierung mit Premierminister Naftali Bennet, Außenminister Yair Lapid und Finanzminister Avigdor Liebermann und natürlich auch der neue Oppositionsführer Netanyahu drohten, „mit aller Kraft“ gegen diesen Boykott zu kämpfen. Israels UN-Botschafter Gilad Erdan äußerte sich so: „Wir nehmen diese Entscheidung sehr ernst. Sie bedeutet de facto die Übernahme antisemitischer Praktiken, die Delegitimierung des jüdischen Staates Israels – und sie trägt bei zur Entmenschlichung des jüdischen Volkes.“ Weiterlesen

Wir wünsche allen unseren muslimischen Freundinnen und Freunden und ihren Familien ein frohes und gesegnetes Opferfest!

Mit dem Blick liebevoller wachsamer Augen

Ausriss aus dem nd v. 18.07.2021

Auf Wunsch von Esther Bejarano hielt ihr enger Freund Rolf Becker im Beisein von fast 3000 Anwesenden, mit zahlreichen Vertretern des offziellen Judentums und prominenter Politiker, eine sehr persönliche Rede, die alle Facetten ihres Lebens einbezog. So auch eine längere Passage über die Ablehnung der israelischen Besatzungspolitik, den Gründen für ihre Rückkehr in das Land der Täter, ihre Sympathie für die israelkritische Solidaritätsbewegung und die Ablehnung der absurden Antisemitismusvorwürfe gegen die Bewegung. Ein Vorwurf, von dem auch sie nicht verschont blieb. Rolf Beckers Rede muß für viele Anwesende auf der Trauerfeier mit ihren doppelmoralischem Verhalten ein Schlag in die Magengrube gewesen sein, denn wo in der Republik konnte man in den Medien darüber lesen, daß Esther Bejarano konsequent gegen jede Form der Unterdrückung, von Hass, Verfolgung und Vernichtung eintrat.

Im folgenden dokumentiert die junge Welt v. 21.07.2021 die Trauerrede des Schauspielers Rolf Becker zur Beisetzung von Esther Bejarano auf dem Jüdischen Friedhof Ohlsdorf in Hamburg, gehalten am Sonntag, dem 18. Juli 2021.

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In Erinnerung an Esther Bejarano

Die in Hamburg lebende Esther Bejarano, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, ist am Samstagmorgen im Alter von 96 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Hamburg verstorben. Sie möge in Frieden ruhen!
Sie war ein Vorbild, eine glaubwürdige, unermüdliche Kämpferin gegen Rechts, gegen Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Unterdrückung. Sie trat sehr zum Missvergnügen vieler selbsternannter „Freunde“ Israels für die Verständigung mit den Palästinensern und für freie Meinungsäußerung ein. Und sie erklärte sogar ihre Unterstützung der weltweiten und in Deutschland besonders heftig vom politischen und journalistischen Mainstream bekämpten BDS-Bewegung. Weiterlesen

Das harte Durchgreifen der Palästinensischen Autonomiebehörde gegen die Menschenrechte entlarvt ihre Schwäche

Oft wird uns von der Israellobby vorgeworfen, wir würden die Binnenprobleme der palästinensichen Politik verschweigen. Das BIP (hat dazu einen ausführlichen und informativen Bericht verfasst.

BIP-Aktuell #175: Keine Autonomie für Palästinenser*innen

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Offener Brief an alle Abgeordneten der Bremer Bürgerschaft: „Beschluss ist sehr einseitig!“

Foto: wikimedia commons von 2018

Die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft haben zu den jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen in Israel / Palästina einen einstimmigen Beschluss gefasst. Es handelte sich um einen Dringlichkeitsantrag von CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP, dem sich die Abgeordneten von AfD und Bürger in Wut anschlossen. Der Beschluss ist – obwohl von links bis extrem rechts alle zugestimmt haben, nur als sehr einseitig und gleichzeitig uninformiert zu bezeichnen.

Claus Walischewski Israelischen Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) hat dazu einen Brief an alle Abgeordneten geschrieben. Weiterlesen

BIP-Aktuell #173: Wer und was ist die Hamas?

von Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern BIP e.V.

Geschichte und Entwicklung der Bewegung des islamischen Widerstands

Zusammenfassung: Die Hamas-Partei existiert seit über dreißig Jahren und wurde zur stärksten bewaffneten Gruppe im Kampf gegen die israelische Besatzung. Die Ereignisse vom Mai 2021 erhöhten ihre Popularität unter den Palästinensern. Ermordungen von hochrangigen Hamas-Führern machten die Hamas nur militanter. Die Vorenthaltung der Rechte der Palästinenser durch den Westen hat die Hamas stärker gemacht.

Die Hamas-Partei ist ein wichtiger politischer Akteur in Palästina. Unter den verschiedenen palästinensischen Gruppen, Bewegungen und politischen Parteien ist die Hamas in Deutschland sehr wenig bekannt. Deutsche Journalisten und Politiker begehen oft den Fehler, als seien alle oder die meisten Palästinenser Hamas-Anhänger. Die Realität ist komplexer.

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Im ZDF-Auslandsjournal: „Jews for Palestinian Freedom“

„Jews for palestinian freedom“ (Juden für die Freiheit der Palästinenser) – das steht auf dem Plakat, das junge Jüdinnen und Juden in New York hochhalten. Ein bemerkenswerter Beitrag, bemerkenswert für das ZDF und bemerkenswert für die Situation der Juden in den USA. In dem Beitrag von Elmar Thevesen ist ein kurzes Interview mit dem jüdischen Prof. Peter Beinart enthalten, dem Israel die Einreise verweigert hatte.

https://www.zdf.de/politik/auslandsjournal/joe-biden-ohne-plan-100.html

Mein Traum vom Frieden – von Massiv & Jürgen Todenhöfer

Sehenswert!

Antisemitismus im Definitionskarussell

Kritik an israelischer Militär- und Besatzungspolitik wird ein Stempel aufgedrückt. Antisemitismus im Definitionskarussell
von Rudolph Bauer
Was ist Antisemitismus? Der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno (1903 bis 1969) lieferte in seiner Schrift „Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben“ eine knappe Antwort. Sie lautet: „Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden.“ Weiterlesen