Zensur in Deutschland – ein Gespräch mit Shir Hever

In diesem Video sprechen wir mit dem unabhängigen Journalisten, Autor und Wirtschaftswissenschaftler Dr. Shir Hever über die Umstände, unter denen sein Vortrag über Kinderarbeit in Palästina von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Deutschland kurzfristig abgesagt wurde. Außerdem erkunden wir die Bedeutung der israelischen Wahlen und wie sie sich auf die Zukunft Palästinas auswirken könnten. Weiterlesen

Einige aktuelle Infos

Liebe Israel/Palästina Interessierte,
Hier wieder einige Infos:
1. Der Koordinationskreis Palästina Israel (KoPI) lädt ein zu einer Auftaktveranstaltung für das „Nakba-Jahr“ (75 Jahre Israel – 75 Jahre Vertreibung der Palästinenser*innen) am 26.11. nach Berlin (s. Anlage). Referenten sind: Professor i.R. Norman Paech: „Die Teilungsresolution – eine immer noch offene Rechnung der UNO.“  Dr. Sarah El Bulbeisi: „Was bedeutet die Nakba für die 2. Generation Palästinenser*Innen in Europa – eine persönliche Sicht und ein Ausblick auf die Zukunft.“  Jonas Abou Zaher: „Die NAKBA aus Sicht der Enkel-Generation“. Weiterlesen

Diskussion zu Holocaust und Nakba: Zoff um Goethe-Event in Israel

Erklärung von Charlotte Wiedemann

Das Goethe-Institut in Tel Aviv hatte für den 9.11. zu einer Podiumsdiskussion geladen. Nach empörten Protesten wird die Veranstaltung vertagt.

BERLIN/TEL AVIV taz | Konstruktiv werde das Buch zur Debatte beitragen. Zumindest war dies die Hoffnung des Rezensenten in der Frankfurter Rundschau. In einer begeisterten Besprechung des Buches „Den Schmerz der Anderen begreifen“ schrieb Micha Brumlik im Sommer: Dem Buch der Autorin Charlotte Wiedemann könne es gelingen, die festgefahrenen Fronten in der Diskussion über das Verhältnis von kolonialen Gräueltaten und nationalsozialistischem Judenmord und die Singularität der Shoah wieder aufzulockern.

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Jetzt ist es offiziell: Der Faschismus sind wir. Von Yossi Klein

Hier eine Wahlanalyse aus jüdisch-israelischer Feder von Yossi Klein-Halevi. 

Der Sieg des Netanjahu-Blocks und die Niederlage der Linken sind weder überraschend noch der prägende Aspekt der Wahl. Bei dieser Wahl gab es nur einen Sieger – den religiösen zionistischen Nationalismus. Netanjahu wird gehen. Ben-Gvir auch. Der Faschismus ist da, um zu bleiben. Er ist nicht mehr nur ein weiterer politischer Akteur auf dem Spielfeld, er ist eine Weltanschauung. 

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Amos Gvirtz über Israel, israelische Siedler und Soldaten

Der israelische Menschenrechtsaktivist ind ICAHD-Mitbegründer Amos Gvirtz schrieb am 24.10.:

Wie tief muss ein Mann sinken, um ältere Frauen anzugreifen, die keine Gefahr für ihn darstellen? Wie verzerrt muss eine Erziehung sein, die so viele Kriminelle hervorbringt, die regelmäßig ungeschützte Menschen angreifen, weil ihnen beigebracht wurde, dass dies das Land ist, das Gott ihnen versprochen hat, und im Namen dieses Versprechens ist jede kriminelle Handlung erlaubt. Was ist das für eine religiöse Erziehung, die die Entweihung des Sabbats und die Schädigung von schutzlosen Menschen zulässt, wenn sie sieht, was sie als Landraub ansieht? Welches ethische Niveau hat eine Gemeinschaft, die ihre jugendlichen Straftäter zur Rehabilitierung schickt, indem sie hilflose Menschen angreift, deren Land sie begehrt, und sie als ihre Pioniere betrachtet? Weiterlesen

Warum die deutsche Erinnerungspolitik gescheitert ist – eine Buchbesprechung von Hermann Dierkes

In seinem neuen Buch unterzieht Arn Strohmeyer das offizielle Gedenken an den Holocaust einer radikalen Kritik

Hermann Dierkes

Die Unterdrückung der Palästinenser durch den israelischen Kolonialstaat, die seit Monaten wieder zahlreiche Opfer und Tote fordert, seine anhaltende Unterstützung durch Bundesregierung, EU und ”westliche Welt” und ihre buchstäblich blinde Ergebenheit gegenüber der israelischen Regierungsposition noch vor den zum x-ten Male wiederholten Wahlen in diesem Land zählt mit zu den schlimmsten weltpolitischen Skandalen unserer Zeit. Umso wichtiger sind Positionierungen und Publikationen, die sich dagegenstemmen, die jeweiligen Interessen offenlegen, Verantwortlichkeiten benennen und für einen völkerrechtskonformen und moralisch haltbaren Ausweg plädieren. Weiterlesen

B’tselem: Ein Regime der jüdischen Vorherrschaft vom Jordan bis zum Mittelmeer: Das ist Apartheid

Posted on Oktober 3, 2022, von & gespeichert unter ICAHD Newsletter.

Die israelische Menschenrechtsorganisation B’tselem über Israels System der Apartheid
12.1.2021

Mehr als 14 Millionen Menschen, etwa die Hälfte davon Juden und die andere Hälfte Palästinenser, leben zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer unter einer einzigen Herrschaft. Im öffentlichen, politischen, rechtlichen und medialen Diskurs herrscht die Auffassung vor, dass in diesem Gebiet, das durch die Grüne Linie getrennt ist, zwei verschiedene Regime nebeneinander existieren. Das eine Regime innerhalb der Grenzen des souveränen Staates Israel ist eine dauerhafte Demokratie mit einer Bevölkerung von etwa neun Millionen, die Israel etwa fünf Millionen palästinensischen Untertanen aufgezwungen hat.

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Neue Runde auf der Documenta 15 in Kassel. Im Focus: palästinensische Filme aus den 60er bis 80er Jahren

An den Documenta-Spielorten Hübner-Areal und Gloria-Kino präsentiert „Subversive Film“ ein Programm mit 20 Filmen über die palästinensische Befreiungsbewegung. „Subversive Film“, so heißt es in der Selbstbeschreibung der Aktivisten, würde Archivierungsarbeit für unterschiedliche Befreiungsbewegungen betreiben. Gezeigt wird in Kassel eine Montage aus Filmen von britischen, italienischen, deutschen, palästinensischen, ägyptischen, irakischen und japanischen Filmemachern. Mehr Infos hier in der Selbstbeschreibung. Weiterlesen

125 Jahre Zionismus – Von Norman Paech

Norman Paech hielt am 19. August 2022 einen viel beachteten Vortrag. Hier der vollständige Text nach einer Vorlage der NachDenkSeiten v. 22.08.2022.

Wenn wir heute unter dem Titel „125 Jahre Zionismus“ zusammenkommen, so verweist diese Zahl natürlich zunächst auf das historische Ereignis des ersten zionistischen Weltkongresses in Basel im Jahr 1897. Aber zugleich wissen wir, dass dieser Kongress, das heißt seine Botschaft, sein Auftrag und seine Bestimmung, sich nicht mit dem Kongress selbst erfüllt haben, sondern über sein unmittelbares Ziel, die Gründung eines jüdischen Staates, bis heute fortwirken. Und wohl erst in den letzten Jahren wird auch hier in Europa das als Katastrophe erkannt, was die palästinensische Gesellschaft schon seit über 70 Jahren erlebt und deren Wurzel eben hier in Europa, in Basel, liegt. Weiterlesen

Moshe Zuckermann: Nachüberlegungen zum Documenta-Eklat

Bild: Michael Paetzold/CC BY-SA-4.0

Wie ehrlich ist die Kritik an der Documenta in Deutschland? Wie konsequent der Geist der Kritik an der russischen Invasion in die Ukraine? Und was hat das mit Israel zu tun?

Es ist nicht ausgemacht, wann der Documenta-Skandal in Deutschland verblassen wird. Zu überlegen ist gleichwohl jetzt schon, was an ihm so deutsch ist. Der Skandal hat in Deutschland stattgefunden, weil die Documenta ein in Deutschland stattfindendes Kunstereignis ist. Aber gemessen daran, dass in ihr schon immer Exponate aus der ganzen Welt ausgestellt werden, ist auffällig, dass in keinem anderen Land eine der deutschen vergleichbare erregte Reaktion zu verzeichnen war. Nicht einmal in Israel, wo der Eklat kaum zur Kenntnis genommen wurde. Weiterlesen