Mahnwache und Protest vor dem Bremer Dom. Gegen das Töten durch israelische Scharfschützen an der Grenze von Gaza

screenshot aus Russia Today v. 30.03.2018

„Wir Sniper sind zum Töten ausgebildet, wir stoppen keinen Protest.“ So der ehemalige israelische Scharfschütze Nadav Weimann am 16. Mai 2018 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Hinter hohen Sandwällen, aus sicherer Entfernung erschießen israelische Scharfschützen unbewaffnete und protestierende Palästinenser und Palästinenserinnen an der Grenze von Gaza. Ohne jede Rücksicht auf Völkerrecht und Menschenrecht.

Die Botschafterin Palästinas, Dr. Khouloud Daibes dazu in einer Erklärung, die am 17. Mai 2018 veröffentlicht wurde:

Botschafterin Palästinas: „Rein verbale Verurteilungen sind weit weg von der Realität, um noch glaubwürdig zu sein.“
17. Mai 2018 PN Bundesregierung, Dr. Khouloud Daibes, Gaza

(PN) 17.05.2018 – Die Palästinensische Mission in Deutschland beobachtet die Gewalt gegen Palästinenser in Gaza mit Sorge. Botschafterin Dr. Khouloud Daibes fordert in einer Stellungnahme die internationale Gemeinschaft, aber eben auch die Bundesregierung auf, es nicht bei leeren Worten der Anteilnahme und Besorgnis zu belassen. Es müssten Handlungsoptionen folgen.

Die Stellungnahme im Wortlaut:

Wir alle waren in den vergangenen Wochen und Tagen Zeugen unermesslichen Leids, das palästinensische Männer, Frauen und Kinder durch die israelischen Aggressionen im Gaza-Streifen erfahren haben.

Während des Gedenkens an den 70. Jahrestag der Nakba (Katastrophe), der sich am 15. Mai jährt, eröffnen Scharfschützen der Besatzungstruppen das Feuer und zielen auf die friedlich protestierende Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen. Diese ist einem Aufruf aller palästinensischen Organisationen gefolgt. Seit dem 30. März, dem Tag des Bodens, erinnert die palästinensische Bevölkerung mit den Protesten an ihr verbrieftes, unveräußerliches Rückkehrrecht gem. UN-Res. 194, 181, 242, 338 aber auch an den 70. Jahrestag der NAKBA.

In den vergangenen zwei Tagen starben 63 Palästinenser und die Gewalt hat damit einen neuen Höhepunkt erreicht. Unter den Getöteten sind acht Kinder. Das jüngste Opfer Laila Anwar al-Ghandour aus Gaza ist gerade einmal acht Monate alt und starb an den Folgen der Einatmung von Tränengas. Unter den 2.771 verletzten Palästinensern der letzten zwei Tage sind auch 225 Kinder und 86 Frauen.

Seit Tagen erreichen uns viele Zuschriften der Verbundenheit aus der deutschen Bevölkerung. Ich danke allen, die uns geschrieben und kontaktiert haben. Diese Anteilnahme zeugt von großer Mitmenschlichkeit und Solidarität. Dafür sind wir sehr dankbar.

Die gewaltsame Reaktion der Besatzungsmacht Israel während ihrer eigenen Feierlichkeiten auf die friedlichen Proteste geschehen unter den Augen aller. Rein verbale Verurteilungen oder Äußerungen der Besorgnis über die große Anzahl der Opfer sind weit weg von der Realität, um noch glaubwürdig zu sein. Derartige Menschenrechtsverbrechen gehören in die Gremien der Vereinten Nationen. Sie dürfen von der Staatengemeinschaft nicht länger hingenommen werden, sondern müssen nach internationalem Recht behandelt und verurteilt werden.

Ein sofortiger Stopp der Massaker der israelischen Besatzungsarmee an der Grenze des Gaza-Streifens, der seit über 10 Jahren unter israelischer Blockade leidet, ist kurz vor Beginn des heiligen Fastenmonats Ramadan unverzichtbar. Wenn dies nicht gelingt, dann wird die Verzweiflung der palästinensischen Bevölkerung, die seit mehr als 70 Jahren unter der israelischen Besatzung leiden muss, weiter gefährlich zunehmen. Wir fordern ein sofortiges Einschreiten der internationalen Gemeinschaft und auch der Bundesregierung, das nur dann überzeugt, wenn es auch mit politischen Handlungsoptionen unterlegt ist.
Dr. Khouloud Daibes

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