Gesundheitsversorgung in Ost-Jerusalem blockiert – Appell an Steinmeier

Die deutsche Sektion von IPPNW, der internationalen Organisation der Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und in sozialer Verantwortung, berichtet in der Juni-Ausgabe ihrer Zeitschrift „ippnw forum“ von der Schließung des Büros der „Health Work Commitees“ (HWC) in Ost-Jerusalem durch israelische Militär- und Polizeikräfte. Die Schließung des Büros habe schwerwiegende Folgen für die gesundheitliche Versorgung vor allem der Kinder.

„Langfristig stellt die Nicht-Impfung der arabischen Kinder in Jerusalem eine Gefährdung Aller dar“, konstatiert der Bericht. Die Gesundheitsversorgung durch das HWC-Büro sei wichtig, weil die israelische Verwaltung den palästinensischen Gesundheitsorganisationen der Westbank den Zutritt nach Ost-Jerusalem verboten hat und daher von palästinensischer Seite keine Impfprogramme durchgeführt werden können.

Die israelischen Behörden haben die Schließung des Büros mit dem Gesetz gegen den Terror von 1948 begründet. Der Vorwurf lautet, die Einrichtung werde für terroristische Aktivitäten genutzt. IPPNW kennt die HWC durch regelmäßige Besuchsreisen nach Palästina und Israel. Die Ärzteorganisation hält die Anschuldigung der israelischen Behörden für gänzlich unbegründet.

Sie appellierte in einem Schreiben an Frank-Walter Steinmeier, den Außenminister der Bundesrepublik, damit dieser sich gegenüber der israelischen Regierung dafür einsetzt, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Büros ihre Arbeit wieder aufnehmen können. IPPNW unterstreicht die Bedeutung der durch die Schließung bedrohten Gesundheitsmaßnahmen für die Bevölkerung: „Die Health Work Commitees betreiben Dienste für die schulischen Gesundheitsprogramme in Ost-Jerusalem und versorgen Tausende von arabischen SchülerInnen sowie LehrerInnen und Eltern.“ (R. B.)

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Ein Gedanke zu „Gesundheitsversorgung in Ost-Jerusalem blockiert – Appell an Steinmeier

  1. Hab ich das nicht gleichlautend schon vor 6 Wochen hier gelesen:

    http://nahost-forum-bremen.de/?p=2053

    Worum mag es sich denn jetzt wohl handeln bei diesen „schwerwiegenden Folgen für die gesundheitliche Versorgung“, die die IPPNW an die Wand gemalt haben? Sollte man nicht davon ausgehen, dass der Staat Israel mit seinen im regionalen Vergleich herausragenden Gesundheitseinrichtungen sehr gut in der Lage ist, die Versorgung auf seinem Territorium (und dazu zählt nun einmal das gesamte Jerusalem) selbst sicherzustellen und nicht auf irgendwelche „Programme“ von Organisationen aus der Westbank angewiesen ist, die besser zusehen könnten, sich um die gesundheitliche Situation vor der eigenen Tür zu kümmern statt sich in Belange des Nachbarlands einzumischen?

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