„Wie ein Kopfgeldjäger“ – ein Kommentar von Rolf Verleger zu Benjamin Weinthal

Ben Weinthal traf ich vor neun Jahren. Für das jüdische US-Magazin Forward schrieb er damals einen objektiven Bericht über meine Initiative Schalom5767 und zitierte darin ihre Kernaussage: „Das Grundübel ist die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischen Gebiets.“

Danach muss etwas mit ihm passiert sein. Er wirkt jetzt wie ein Kopfgeldjäger. Wo immer Vertreibung und Landraub an den Palästinensern, die Besatzung der Westbank, die Einkesselung Gazas thematisiert wird: Weinthal schwingt sich aufs E-Mail-Ross, schreibt selbst den Haftbefehl „Antisemitismus“ – und schießt gegen die Veranstalter. Nicht ohne Erfolg: Arn Strohmeyer am 26. Januar in Bremen, Abi Melzer am 23. und Nirit Sommerfeld am 30. September, beide in München – abgesagt, verboten. Egal, ob Christ oder Jude, Weinthal fordert: Boykottiert sie, die Verräter und Volksfeinde! […]
Der ganze Kommentar in der Taz v. 10.10.2016 hier

Prof. Rolf Verleger, 64, Psy­cho­lo­ge an der Uni Lübeck, saß von 2005 bis 2009 im Di­rek­to­ri­um des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land. 2006 forderte er mit einer On­line­pe­ti­ti­on ein le­bens­fä­hi­ges Pa­läs­ti­na an der Seite Is­raels, 2008 schrieb er das Buch „Der Irr­weg Is­raels – eine jü­di­sche Sicht“. 2016 hat er das „Bünd­nis zur Be­en­di­gung der is­rae­li­schen Be­sat­zung“ mitge­grün­det. Rolf Verleger ist in Bremen kein Unbekannter. Zuletzt diskutierte er auf dem Podium des „Taz-Salons“ am 13.09.16, davor eröffnete er die große Nakba-Ausstellung in Bremen am 16.09.2015.

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