Einreiseverweigerung für Vizepräsidentin der DPG

Eine feige Entscheidung

Am 02.10.2019 wurde unserer Vizepräsidentin Ursula Mindermann am Flughafen Tel Aviv die Einreise verweigert.

Bei der Einreise wurde sie in einen Befragungsraum gebracht und verhört. Ihr Gesicht wurde fotografiert und mit Aufnahmen von Checkpoints, Demos usw. abgeglichen. Daraufhin wurde ihr vorgehalten, wann sie wo gewesen war. Anschließend wurde sie als „Aktivistin“ bezeichnet. Die Verhöre fanden mit Unterbrechungen ab halb drei Uhr nach Mitternacht bis morgens um halb sieben statt. Dann wurde ihr die Erklärung zur Ausweisung zur Unterschrift vorgelegt. Danach wurde sie zum Flugzeug eskortiert. Dem (deutschen) Piloten, der sie zurück nach Deutschland flog, wurde ihr Reisepass überreicht.

Ursula Mindermann ist in der Tat eine Aktivistin – eine Friedensaktivistin. Sie hat mehrere humanitäre Projekte im besetzten Palästina initiiert und betreut, sich für eine Verbesserung der Lebensqualität von unter der israelischen Besatzung leidenden palästinensischen Familien eingesetzt.

Die DPG verurteilt diese feige Entscheidung. Die israelischen Behörden wollen keine Beobachter dulden, die über die wahren Gegebenheiten berichten.

Ursula Mindermann ist eine selbständige Augenoptikerin, die radikaler Aktivitäten völlig unverdächtig ist. Sie initiierte und realisierte in Palästina etliche sehr konkrete wirtschaftliche Unterstützungsprozesse (start ups), womit etlichen Bauern und ihren Familien in der Region Beit Ummar bei Bethlehem geholfen wurde, die schwierigen Exporte ihrer Produkte (z.B. das Feigenkaktusprojekt Sabher) zu realisieren. Selbst diese sozialen und ökonomischen Aktivitäten scheinen dem „demokratiischen  Israel“ eine Gefahr zu bedeuten.

Exemplarische Abschreckungsmaßnahmen, gegen die man nirgends klagen kann, sind letztliche eine weitere sublime Form der permanenten stillen Vertreibung der Palästinenser. Sorgen wir für Öffentlichkeit und Verbreitung solcher Fälle! In der Anlage ist unser Facebook-Auftritt, der inzwischen 3319 x angeklickt und 63 mal weitergeleitet wurde (nachahmenswert!) und ein exemplarisches Formular der Israelischen Grenzkontrolle. Unten lest Ihr/ lesen Sie den Bericht von Ursula Mindermann über den konkreten Ablauf!

Detlef Griesche (Vizepräsident der Deutsch Palästinensischen Gesellschaft e.V.)