Dem verurteilten Kind Ahmad Mansarah droht lebenslänglich

samidoun.net , Mai 2016
Der 14-jährige Ahmad Mansarah wurde am 10. Mai von einem Bezirksgericht in Jersualem wegen zweifachen „Mordversuchs“ verurteilt, für die mutmaßliche Teilnahme an einem Angriff auf Siedler in einer illegalen israelischen Siedlung, zusammen mit seinem 15 Jahre alten Cousin Hassan Mansarah. Israelischen Berichten zufolge wird das Urteil am 11. Juli gesprochen; dem 14 Jahre alten Jungen droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Zur Zeit des mutmaßlichen Ereignisses war Mansarah 13 Jahre alt. Er wurde von einem israelischen Siedler angefahren, sein Cousin wurde erschossen. Während Ahmad seither im Gefängnis festgehalten wird, wurde die Leiche seines Cousins ebenfalls nicht freigegeben. Mansarah wurde durch das Auto schwer verletzt; ein weit verbreitetes Video (<https://www.youtube.com/watch?v=79sw9GOHNws>) zeigt ihn blutend am Boden liegen, während israelische Schaulustige ihn anschreien „Stirb, Hurensohn!“ und die israelische Polizei dazu auffordern ihn zu erschießen.

Auf einem ebenfalls weit verbreiteten Vido (<https://www.youtube.com/watch?v=vwrGe9eP88k>) ist zu sehen, wie Mansarah während eines Verhörs angeschrieen wird. Seine Erfahrungen während der Verhöre sind nicht unüblich; Defence for Children International Palestine berichtete bereits, dass die Mehrheit der von israelischen Besatzungssoldaten inhaftierten Kinder durch Drohungen, Schläge und längere Einzelhaft misshandelt werden.

Tariq Barghouth, ein Anwalt der mit Palestinian Committee of Prisoners‘ Affairs zusammenarbeitet, bezeichnete die Gerichtsentscheidung Ma’an News gegenüber als „angreifbar“ und fügte hinzu, dass wahrscheinlich Berufung eingelegt werden wird. „Wir hoffen, dass der Oberste Gerichtshof diesen Fall anders beurteilen wird“ sagte Barghouth. „Abermals offenbart das israelische Gericht seine rassistische Behandlung Palästinensern gegenüber“ meinte der Anwalt und wies auf die „Doppelmoral“ im israelischen Justizsystem hin, wenn es darum geht Palästinenser zu bestrafen, die beschuldigt werden Verbrechen an Israelis begangen zu haben, verglichen mit Fällen in denen Siedler Palästinenser angreifen.

Lea Tsemel, Mansarahs Anwältin, beschuldigte das Justizwesen in die „Diskriminierung zwischen Juden und Arabern“ gezogen zu werden und stellte die Verurteilung für den mutmaßlichen versuchten Mord dem der Totschlaganschuldigung gegenüber, dem sich der israelische Soldat Elor Azaria ausgesetzt sieht, der beschuldigt wird einen verwundeten palästinensischen Angreifer erschossen zu haben, der auf dem Boden lag.

Der palästinensische Anwalt Jamil Saadeh, sagte „die Besatzung behielte Ahmad Mansarah absichtlich in einem Gefängnisreformzentrum bis er das gesetzliche Mindesstalter nach israelischem Gesetz von 14 Jahren erreicht haben wird. Dies widerspricht der internationalen Konvention über das Recht von Kindern und bereitet den Boden für eine lebenslange Haftstrafe für das Kind Mansarah. Das Gericht zog auch nicht die Behandlung die er vom Moment seiner Verhaftung an ausgesetzt war in Betracht, als er verwundet war, angegriffen und verflucht wurde und während eines Verhörs von den Polizisten angeschrien wurde, das auf einem Video festgehalten wird und die Besatzung verurteilt.“

Mehr als 400 palästinensische Kinder werden in israelischen Gefängnissen festgehalten. Defence for Chilren International weist darauf hin, dass „die maximale Jugendstrafe für ein Kind zwischen 12 und 13 Jahren sechs Monate ist. Die maximale Jugendstrafe für ein Kind zwischen 14 und 15 Jahren beträgt 12 Monate, außer die Tat könnte zu einer potentiellen Verurteilung von fünf oder mehr Jahren führen. Kinder zwischen 16 und 17 werden zu gleichen Strafen wie Erwachsene verurteilt. Tatsächlich werden jedoch viele Kinder regelmässig für Steinewerfen und „versuchten Mordes“ so wie im Fall Mansarah im Alter von 14 Jahren wie Erwachsene verurteilt“.

Dienstag früh befanden sich mindestens sechs palästinensische Minderjährige, einschließlich eines 14 jährigen Jungen, Ahmad Mazin Abu Khdeir unter 16 von israelischen Besatzungskräften Verhafteten. Samidoun Palestinian Prisoner Solidarity Network fordert die Entlassung Ahmad Mansarahs und aller anderen palästinensischer Kinder. Wir fordern internationale Anstrengungen um die israelischen Behörden zu bewegen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes zu respektieren und die internationale militärische Unterstützung und Hilfe zu beenden, die dazu beiträgt palästinensische Kinder gefangen zu halten und zu foltern.

Wir weisen darauf hin, dass Haft, Unterdrückung und Tötung von palästinensischen Kindern durch israelische Besatzungskräfte ein wesentlicher Teil des kolonialistischen Projektes in Palästina sind und dass es keine wirkliche Freiheit für palästinensische Kinder gibt, außer durch die Freiheit des palästinensischen Volkes und des palästinensischen Landes.
Quelle: <http://samidoun.net/2016/05/palestinian-child-ahmad-manasrah-convicted-by-israeli-court>- threatened-with-life-sentence/
Übersetzung: Pako
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<http://freeahmadmanasrah.com/><http://freeahmadmanasrah.com/>

Ahmad’s story
The 13-year-old Ahmad Manasrah, was waiting for the bus, had countless bullet wounds, at least one in his little neck. Settlers, soldiers, and policemen were surrounding him. An Israeli started filming in the background, shouting at Ahmad in Arabic, „die, son of whore… die son of 66 whores.“ The same Israeli then taunted the child and repeatedly asked the soldiers to shoot him again. The ambulance crews, that were present on scene, refused to take Ahmed to hospital. Since when the Israelis care about our lives? The child tried to sit; his fear was blatant; no one tried to calm him down. Hardly did he manage to sit before an Israel policeman came and kicked him.
The boy kept trying to sit and looked around, hoping to find someone with a bit of humanity to help. He looked for a smile that could reduce his pain. Yet he was kicked again and again. He was crying, screaming in his little voice, asking for one response. There was no response. He was left to bleed for long.

A week after his arrest, new images of the young Palestinian in the hospital were circulated. Ahmed was handcuffed to his bed. His lawyer said that Ahmed was beaten and isolated. Only his lawyer was able to provide him with food, since he could not feed himself by his handcuffed hand, and no one else except his lawyer was available to provide him with food. Handcuffed throughout his hospitalization, he could not take showers and he could only relieve himself next to his bed. In the hospital he would further undergo ill-treatment: Handcuffed at all times, denied going to the bathroom, verbally abused, threatened by his guards and spat at. From the hospital Ahmad was taken to prison and to interrogation and we all saw the Harsh interrogation video. <https://www.youtube.com/watch?v=XNBjBNZd4A4>

Before his trial in court, he suffered long and violent psychological torture (visible through a leaked video) to force him to admit to the attempted murder.
The next day, on November 10, during his appearance before the court, Ahmed maintained his innocence. Still imprisoned, he could see his family only two hours since the start of the events.
It is a clear violation of his childhood and an injustice committed by the Israeli authorities on his innocence! Ahmad is not the only abused child behind Jail bars, 400 + Palestinian children are imprisoned to the moment, and Ahmad’s case is one of them.

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