Hunderte inhaftierte Palästinenser beenden Hungerstreik

Fast sechs Wochen lang haben palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen mit einem Hungerstreik für bessere Haftbedingungen protestiert. Der Hungerstreik ist jetzt offenbar nach einer Einigung mit den israelschen Behörden beendet worden.

Sowohl der Leiter des Vereins der palästinensischen Gefangenen, Kaddura Fares, als auch die Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörde, Nicole Englander bestätigten, dass eine Vereinbarung getroffen wurde und damit der Hungerstreiks nach 40 Tagen zu Ende ist.

Nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten hatten beginnend mit dem 17. April rund 1500 Häftlinge die Nahrungsaufnahme verweigert. Sie forderten unter anderem Zugang zu Telefonen, erweiterte Besuchsrechte, eine bessere medizinische Versorgung und ein Ende von Folter und Missbrauch.

Kadura Fares sagte nach einer Meldung der Deutschen Welle, dass die Verhandlungen am Freitag begonnen und 20 Stunden gedauert hätten. Ihm zufolge waren es die ersten Verhandlungen seit Beginn des Streiks. Nach Angaben des Gefangenenvertreters hat auch Barghuti an den Gesprächen teilgenommen. Nicole Englander erklärte, dass zum Ende noch mehr 800 Inhaftierte am Streik beteiligt waren. Ihr zufolge mussten 18 Menschen im Krankenhaus behandelt werden.
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Zu dem umfassendsten Hungerstreik von Palästinensern seit Jahren hatte der zu fünf mal lebenslang verurteilte Palästinenserführer Marwan Barghuti aufgerufen.

Nach Angaben der israelischen Behördensprecherin sollen die Gefangenen künftig Anspruch auf zwei Angehörigen-Besuche pro Monat haben – bisher war nur ein Besuch erlaubt. Damit wurde eine zentrale Forderung der Häftlinge erfüllt.

Als Solidaritätsbekundung hatten Palästinenser im Westjordanland und dem Gazastreifen vergangenen Montag zu einem „Tag des Zorns“ und zum Generalstreik aufgerufen. Wie palästinensische Medien berichteten, waren Geschäfte, öffentliche Einrichtungen und das Transportwesen von dem Streik betroffen. Ausgenommen waren Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Zum Generalstreik vor einer Woche blieben die Geschäfte in der Altstadt von Nablus im Westjordanland geschlossen

Viele Israelis halten die Häftlinge für Terroristen und interessieren sich nicht für ihre Bedürfnisse. Mehr als 6000 Palästinenser sind momentan für Straftaten in Verbindung mit dem Nahost-Konflikt inhaftiert. Die Anklagen reichen von Steinewerfen über Waffenbesitz bis hin zu Angriffen, bei denen israelische Zivilisten oder Soldaten verletzt oder getötet wurden.
Quelle: Deutsche Welle v. 27.05.2017

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