USA und Israel verlassen UNESCO

Das US-Außenministerium hat am Donnerstag den Austritt des Landes aus der UNESCO bekanntgegeben. Wenige Stunden später folgte Israel mit dem gleichen Schritt. Der Zusammenhang ist offensichtlich: Die Trump-Administration rechtfertigte ihren Schritt mit der »ständigen israelfeindlichen Voreingenommenheit« der Weltkulturorganisation. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu applaudierte begeistert: »Das ist eine tapfere und moralische Entscheidung, weil die UNESCO zum absurden Theater geworden ist. Statt die Geschichte zu bewahren, entstellt sie diese.« Weiterlesen

Wie autonom ist die Palästinensische Autonomiebehörde?

Dass Netanyahu keinerlei Interesse an einem autonomen palästinensischen Staat hat, sondern im Gegenteil dieser Tage wieder schwört (und damit der jahrzehntelangen politischen Linie Israels folgt), niemals Siedlungen aufzugeben, dürfte heute niemanden mehr überraschen.

Oft taucht jedoch die Frage auf, was denn die palästinensische Führung selber tut, um aus der Misere herauszukommen. Gibt es überhaupt eine Führung? Ist die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) wirklich autonom? Dazu im Folgenden unser Thema der Woche. Weiterlesen

Ausgerechnet während der Buchmesse: Frankfurt schafft die Meinungsfreiheit ab

Es gibt Dinge, die sind so skurril, dass man sie auf den ersten Blick gar nicht glauben mag. Da schreibt der in Israel aufgewachsene Publizist Abraham Melzer ein vom Frankfurter Westend Verlag herausgegebenes Buch mit dem Titel „Die Antisemitenmacher“ (die NachDenkSeiten brachten am Sonntag dazu eine Rezension) , in dem er die immer stärker um sich greifende Praxis kritisiert, legitime Kritik an der Politik Israels unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung zu unterbinden. Während der Frankfurter Buchmesse wollte Melzer sein neues Buch in den öffentlichen Räumen des Saalbau Gallus vorstellen. Weiterlesen

Norman Paech: „Eine neue Antisemitismus-Nichtdefinition – Was ist eigentlich Antisemitismus?“

Die Bundesregierung hat dem Druck, den Freunden der israelischen Regierung beizustehen, um die Kritik an der israelischen Politik noch wirksamer bekämpfen zu können, nachgegeben. Eine verbindliche Definition des Antisemitismus sollte diese Keule noch schlagkräftiger gegen die verbreitete und immer schärfere Kritik einsetzbar machen. Nun ist sie da. Weiterlesen

„Internationale der Scharfmacher“

„Die Rede Donald Trumps vor den Vereinten Nationen, in der er den Iran angriff und Nordkorea mit ‚totaler Zerstörung‘ drohte, zeigt die Gewaltbereitschaft, aber auch die Isolation des 45. US-Präsidenten. Zustimmung kam nur vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu: ‚In meinen mehr als 30 Jahren Erfahrung mit den Vereinten Nationen habe ich noch nie eine kühnere oder mutigere Rede gehört‘, sagte der. Falls in nächster Zeit eine Internationale der Scharfmacher gegründet werden sollte, haben sich die beiden hiermit als Ehrenmitglieder empfohlen.“
Kommentar von Gabor Steingart im „Handelsblatt Morning Briefing“ v. 21.09.2017

Zerstörung einer Schule

In Deutschland hat mittlerweile überall das neue Schuljahr begonnen. Auch für palästinensische Kinder fängt wieder der Unterricht an, doch nicht für alle: Bei diesen Kindern in Jubbet al-Dhib, einem Dorf bei Bethlehem im besetzten Westjordanland, ist die Schule verschwunden. Sie wurde am Abend des 22. August von israelischen Streitkräften zerstört, wie RT Deutsch berichtet. Sie hatte aus sechs vorgefertigten Gebäuden bestanden; diese waren weitgehend von der EU und den Regierungen einiger EU-Mitgliedsstaaten finanziert worden. Weiterlesen

Shlomo Sand: Warum ich kein Zionist sein kann

Warum ich kein Zionist sein kann: offener Brief an Emmanuel Macron.
Als ich begann, Ihre Rede anlässlich der Vel-d’Hiv-Massenverhaftung zu lesen, war ich Ih­nen dankbar. Angesichts der langen Tradition politischer Führer von Links und Rechts in Vergangenheit und Gegenwart, die Frankreichs Beteiligung und Verantwortlichkeit für die Deportation jüdischstämmiger Menschen in die Todeslager leugnen, war ich dankbar, dass Sie stattdessen eine klare Position bezogen, ohne Doppeldeutigkeit: Ja, Frankreich ist für die Deportation verantwortlich, ja, es gab Antisemitismus in Frankreich Weiterlesen

Clemens Ronnefeldt: Entwicklungspolitische Perspektiven und friedensfördernde Projekte im Nahostkonflikt vor dem Hintergrund in Geschichte und Gegenwart

Der AK Nahost hatte Clemens Ronnefeldt am 6. September 2017 nach Bremen eingeladen und ihn gebeten, sowohl über die historischen Zusammenhänge als auch – und vor allem – über die jüngsten Entwicklungen im Konflikt Palästina/Israel zu berichten. Etwa 50 Zuhörer und Zuhörerinnen waren in die Villa Sponte am Osterdeich gekommen, und es wurde ein sehr informativer und anregender Abend. Ronnefeldt berichtete in völlig freier Rede und mit Hilfe von Fotos und kurzen Videosequenzen sehr anschaulich und engagiert. Weiterlesen

Der Kandidat und seine sehr dumme Bemerkung

Martin Schulz‘ Kotau vor der Israel-Lobby im TV-Duell mit der Kanzlerin
Arn Strohmeyer

Als es im TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel um Terrorismus und Sicherheit ging, machte Kandidat Martin Schulz eine äußerst dumme Bemerkung. Er sagte: „Es gibt zum Beispiel junge Palästinenser, Männer, die zu uns kommen, die mit einem tief verwurzelten Antisemitismus erzogen worden sind, Weiterlesen